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Neugierige und Ungeduldige finden hier in Kurzform aktuelle Infos ueber meine Reise, meinen Standort, mein Gemuet und vieles mehr.
April 2009
"Das weiße Gold von Hainan"
Auf Hainan befinden sich drei Salzfarmen - eine davon die älteste in China. >> mehr . . .



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Route
1.01.-7.01. / Katharina lost in the mountain

Mein großer Thai Chi Meister Yunlam hat unsere Fünferrunde verlassen und ist nach Hongkong weiter gezogen. So sitze ich morgens allein im Garten, genieße die Ruhe mit meinen gelernten Thai Chi Übungen und warte bis alle Langschläfer aus den Federn kommen. Bis zu diesem gewissen Morgen, des Wartens überdrüssig verlasse ich das Hostel, eine kurze Nachricht an die Tür gepappt, ziehe ich los und kaufe mir ein Busticket in die Berge. Mein Ziel ist die höchste Erhebung der Insel, der Fünf Finger Mountain. (1867m) Die Fahrt geht tief in der Bergwelt der Insel hinein, vorbei an Papaya- und Bananenplantagen. In Wuzhishan wechsle ich den Bus, um noch tiefer in die chinesische Landschaft einzutauchen.

Wuzhishan ist die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts im Süden von Hainan und liegt eingebettet in eine schöne, saftig grün bewachsene Berglandschaft. Shuiman, einem kleines Bergdorf ist meine Endstation. Von hier aus erkunde ich die Gegend zu Fuß. Neugierige Augen verfolgen meine Schritte. Hier in den Bergen der Insel lebt eine chinesische Minderheit namens li. Die Menschen sind freundlich aber zurückhaltend, ich spüre, dass sich nicht viele Touristen in diese Gegend verirren. Werde ich doch angesprochen erfreuen sie sich über meine 5-10 chinesischen Wörter und zu meiner Freunde, scheine ich auch langsam die 4 Tonarten zu beherrschen, denn sie verstehen mich und wiederholen. Kananina aus Deutschland.
Die Li-Nationalität (黎族 - Li Zu)

Laut Zensus des Jahres 2000 hatte die Li-Nationalität 1,2478 Mio. Angehörige, die hauptsächlich im mittleren und südlichen Teil der tropischen Provinz Hainan lebten.

Die Li wohnen meist in den Becken zwischen den Bergen. Traditionell betreiben die Li Ackerbau. Sie jagen, fischen und sammeln auch Pflanzen und Früchte. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts hatten die meisten von den Li bewohnten Gebiete fast das Entwicklungsniveau der von den Han bewohnten Regionen. In entlegenen Gebirgsgegenden gab es aber noch einige Li, die ein sehr einfaches Leben führten und die Feldarbeit gemeinsam verrichteten. >> mehr

Quelle: www.china-club.de

Ich dringe ein in eine dicht bewachsene Bergwelt. Schon nach den ersten Schritten stockt mein Atem. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele unterschiedliche Tierstimmen gehört, die Baumkronen sind so mächtig, dass mir teilweise der Blick zum Himmel verwehrt bleibt. Ich genieße die Ruhe und Einsamkeit, verweile an einer kleinen Hängebrücke und erfreue mich an dieser unberührten Landschaft. Ich möchte die Zeit vergessen, möchte hier verweilen, möchte tiefer eintauchen in die Natur, die Traditionen und Bräuche der Einheimischen, doch die westliche Pünktlichkeit treibt mich zurück. Mein letzter Bus nach Sanya verlässt 17:30 Uhr die Stadt Wuzhishan. Der Minibus zurück in die Zivilisation hat Verspätung, ich nutze die Zeit und laufe entlang der kleinen Straße vorbei an kleinen Gemüsegärten, Reisfeldern und Obstplantagen. Ein zaghaftes excuse me reist mich aus meinen Tagträumen. Vor mir steht ein kräftiger Wandergeselle, europäischen Aussehens. Vladimier aus Russland ist in den dichten Wäldern auf der Suche nach neuen Arten von Nachtinsekten. Doch ist es für ihn nicht einfach, ohne großes Aufsehen in die Berge zu gelangen. Ich kann das nicht verstehen, da ich auf meiner Wanderung weder von Kontrollpunkten noch von Einheimischen gestoppt wurde. Ich zeige ihm die Route und er will sein Glück in dieser Nacht versuchen. Zum Dank verspricht er mir, falls er eine neue Spezies findet wird er ihr den Namen Katharina geben. Nun, ich weiß nicht so recht was ich davon halten soll, zählen Insekten nun nicht gerade zu meiner Lieblingstierart. Aber gut, ich lache und denke bei mir, ist es halt eine neue Spezies von Nachtfaltern welche meinen Namen trägt.

Und dann sitze ich auch schon im Bus, Richtung Wuzhishan. Nach 10km qualmt es aus der Motorhaube, alle müssen raus – und die männlichen schwarzen Köpfe verschwinden im qualmenden Etwas. Nach einer kurzen Pause geht es weiter. Ich erreiche Wuzhishan doch mein letzter Bus zurück nach Sanya und in mein trautes Heim ist weg. Nun kurz durchgeatmet habe ich mich schnell mit dem Gedanken angefreundet, eine Nacht hier in der Stadt zu verbringen. Warum auch nicht, die Umgebung war traumhaft. Ein kurzer Anruf in Sanya sorgte allerdings für große Aufregung. Katharina ist in den Bergen verloren gegangen. Ich nutzte den Abend, um mir die Stadt anzusehen, aß am Flussufer ein paar Fleischspieße und trainierte fleißig, zur Freude der Chinesen meine 10 chinesischen Wörter. Am nächsten Morgen ging es nochmals in die Berge – den letzten Bus nach Sanya habe ich bekommen. Die Freude über meine Rückkehr im Hotel war groß, ich konnte die Aufregung gar nicht verstehen.
Am Abend gibt es meinerseits eine kurze Ansage. Ich warte bis 9:00 Uhr im Garten, danach starte ich in ein neues Abenteuer. Und siehe da, pünktlich stehen Isis, Marco und sogar Stefan im Garten. Wir schauen auf die Karte und beschließen nach Yinggehai in den Süd-Westen der Insel zu fahren, um uns eine Salz-Farm anzusehen. Die beiden Südländer lassen sich von der 2-stündigen Fahrt abschrecken und ziehen den Strand vor. Die Salzfarm liegt außerhalb der Stadt und so fahren wir mit einem Tuck Tuck bis vor die Türen. Die ganze Anlage ist für jedermann frei zugänglich und so schlendern auch wir, neugierig beäugt von den Arbeitern von Salzbecken zu Salzbecken. Hier wird noch durch schwere Handarbeit das Salz hergestellt. Mit großen Holzstangen wird das kostbare Weiß vom Boden gekratzt und zu einem kleinen Hügel angehäuft. Ein weiterer Arbeitstrupp schaufelt das Salz in kleine Holzschubkarren und ab geht’s zum Riesenhaufen an den Bahngleisen. Von hier aus gelangt das Salz in alle Teile Chinas.
8.01. / Geburtstag feiern auf Chinesisch

Mein großer Tag war der 8. Januar, aber was heißt schon mein großer Tag, ich hatte halt Geburtstag. An einer Tafel habe ich alle zu einem deutschen BBQ eingeladen. 14 Chinesische Namenszeichen und 7 Europäer haben sich angemeldet, wobei die Chinesen mehr aufgeregt waren als ich. Nach dem Großeinkauf in einer riesigen Halle voller Tiergebeine, Fischhaufen und sonstiger Allerlei hab ich mich in die kleine Hostelküche zurück gezogen und Kartoffel- und Gurkensalat bereitet sowie die Schaschlikspieße bestückt. Hinter meinem Rücken immer mindestens 4 kleine schmale Augen, welche jeden meiner Schritte verfolgten. Stefan hat als Gaumenschmaus leckere Bruscetta zubereitet und zu unserer großen Freude haben wir sogar in einem Luxushotel Oregano erhalten. Nach einer kleinen Danksagung begann die Schlacht am kalten Büfett. Der Kartoffelsalat lag als erste in den Bäuchen aller. Zum Glück gab es Diego und seine Freunde aus Spanien die einen großen Eimer der landestypischen Sangria spendierten. Die Bruscetta wurden bis aufs kleinste Detail untersucht – wahrscheinlich gibt es in nicht all zu langer Zeit in China ein neues Nationalgericht mit dem Namen Pusetta. Als die Nacht einbrach wurden alle Lichter gelöscht und meine kleine neue Familie kam mit einer, mit Kerzen bestückten Sahnetorte zu mir, dabei sangen sie Happy Birthday to you. Ich war über so viel Herzlichkeit gerührt. Doch was ich nicht wusste war die folgende chinesische Tradition. Aber bitte mit Sahne – die Reste der Torte flogen durch die Luft oder landeten in meinem Gesicht. Nun was sollte ich davon halten – ich greife also auch zu meinem letzten Stück und suche mir ein Gesicht meiner Begierde. Völlig bekleckert laufen wir alle samt zum Strand und springen in das dunkle Nass. Was für ein großer Tag.
- Katharina -
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