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Neugierige und Ungeduldige finden hier in Kurzform aktuelle Infos ueber meine Reise, meinen Standort, mein Gemuet und vieles mehr.
April 2009
"Das weiße Gold von Hainan"
Auf Hainan befinden sich drei Salzfarmen - eine davon die älteste in China. >> mehr . . .
Sicherheitsvorkehrungen gibt es nicht und so muss ich immer auf der Hut sein, keine Rakete in den Rücken zu bekommen oder einen Knaller ins Gesicht. Gegen drei Uhr morgens sinkt der Lautstärkepegel auf einem akzeptablen Level und wir versuchen ein wenig zu schlafen. Am Neujahrsmorgen ist es Tradition Jiaozi zu essen. Normalerweise werden diese am Vorabend in der Familie vorbereitet, wir finden sie bei einem Straßenverkäufer an der Ecke und genießen sie am Strand. Jiaoze sind gefüllte, kleine Teigtaschen, welche im heißen Wasser gedünstet werden.
Bei unserer Wanderung durch die Teeberge, können wir den umliegenden tropischen Urwald nur erahnen. Alle wichtigen Flüsse der Provinz Hainan entspringen diesem Berg. Uns bietet einer dieser Flüsse eine kühle Raststätte, bevor es wieder zurück nach Haikou ging.
Chinesische Oper in Yanfeng

Am Wochenende sind wir von Honxia und deren Familie in ihr Heimatdorf eingeladen. Wir kaufen für alle angehörigen Familien einen bunten süßen Teller als Mitbringsel. Mit dem Bus fahren wir entlang der Ostküste nach Yanfeng. Wir werden von den Eltern sehr herzlich empfangen – ein reich gedeckter Tisch wartet schon auf uns.
Am Nachmittag laufen wir durch die kleine Stadt und ich verteile ausgedruckte Bilder, welche ich bei meinem letzten Besuch gemacht habe. Die meisten Bewohner erinnern sich an mich und freuen sich, mich wieder zu sehen. Wir haben riesiges Glück, denn genau n diesem Wochenende, welches wir in Yanfeng verbringen wird auf dem Festplatz eine chinesische Oper aufgeführt. Wir erfahren, dass es die Oper von Qiong ist – in der Qing Dynastie nannte man sie „die Oper von Hainan“ Sie handelt von einem Vater, der seine Tochter an den Koenig versprochen hat, doch diese liebt einen einfachen Bauern.
Mit der Kamera ausgerüstet treffen wir am Abend auf dem überfüllten Festplatz ein. Die Oper hat schon begonnen und so gesellen wir uns zu den anderen Dorfbewohnern und lauschen, den ns fremden Tönen. Nicht nur Musik, Gesang und Schauspiel bestimmen das Geschehen auf der Bühne, sondern auch Masken, Kostüme und Pantomime.
Nach einer Weile fragt uns Honxia, ob wir den Schauspielern hinter der Bühne beim Schminken zuschauen wollen – natürlich wollen wir das und schon stehen wir inmitten von Kostümen, Schminktöpfen und Requisiten. Die Schauspieler sind Neugierig und freuen sich über unser reges Interesse – sie beginnen vor der Kamera zu posieren und plötzlich wird der Platz vor der Kamera zur Bühne. Ich bin begeistert, welche Vielzahl von Aussagen in einer einzigen Mimik, Gestik oder Bewegung liegt. Das Bühnenbild ist sehr sparsam – ein Tisch und ein Stuhl, eine Fahne mit Wellenmuster, welche das Meer versinnbildlicht.
Am nächsten Morgen schlendern wir durch die umliegenden Dörfer, klettern auf Kokosnusspalmen, schlürfen anschließend die wohlschmeckende, frische Misch. In der Dorfschule gibt Prof. Li eine Einführung in: „Sprachen dieser Welt“ – für Einige ist es spannend – für Andere nicht.



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Mit einem gemütlichen und besinnlichen Spaziergang um Mitternacht, durch den Wanlu Garten, beginne ich das Jahr 2009. Es ist ruhig um mich herum, ganz ungewohnt, wenn man die deutsche Knallerei gewohnt ist. Im Januar und Februar spüre ich nun auch winterliche Temperaturen. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit hier auf der tropischen Insel, fange ich schon bei eigentlich warmen 15 Grad an zu frieren – doch 15 Grad hier, sind gefühlte 3 Grad in Deutschland. Der Winter ist im Vergleich zu 2008 verhältnismäßig kurz. Es gibt gerade einmal 14 kalte Tage, danach steigt das Thermometer schon wieder auf mollige 28 Grad.

Schon Anfang Januar kann ich die Aufregung und Spannung für das kommende chinesische Neujahrsfest spüren. In jedem Park werden Transparente montiert, bunte, beleuchtete Stofffiguren aufgestellt und Oasen zum entspannen geschaffen. Gemeinsam mit Yunlam, schlendere ich durch den Park und beobachte die fleißigen Arbeiter bei der Erstellung der riesigen Stoff- und Metallfiguren. Es sind Symbole der chinesischen Geschichte oder Werbeträger großer Firmen. Die Männer stehen meist mit einem Schweißgerät in der einen und einer Vorlage in der anderen Hand an einem riesigen H aufen von Metalldrähten. Aus diesem zaubern sie die wunderschönen Figuren, ohne jeglichen Schutz vor den scharfen, spritzenden Funken.

In einer anderen Ecke sind die Frauen versammelt, welche den Drahtfiguren Kleider geben. Sanfte, farbige Satinstoffe werden maßgeschneidert an die nackten Körper genäht. Das kommende Jahr ist das Jahr des Ochsen und so erinnern viele Figuren daran.
Das chinesische Neujahrsfest ist das wichtigste Fest für die Chinesen und so machen sich Millionen von Chinesen auf, in ihren Heimatdörfern ihre Familien zu besuchen. Es ist jährlich weltweit die größte Völkerwanderung und aussichtslos, ein günstiges Flug- oder Bahnticket zu bekommen. Man kann glücklich sein, überhaupt ein Ticket in die Heimatprovinz bekommen zu haben. Die Preise im ganzen Land steigen für diese 15 Tage auf das doppelte bis dreifache an. Yunlams Freund Jim aus Vancouver kommt uns während der Feiertage besuchen und so beschließen wir, eine Rundreise über die Insel zu starten.

Chinesisches Neujahr in Sanya

Es soll Glück bringen, das Haus für die Festtage komplett zu säubern, Fenster und Türen zu öffnen, um das Glück während des festes herein zu lassen. Den Tag vor dem Neujahr fahren wir an den südlichsten Punkt von China – auch das Ende der Welt – genannt, laufen durch das kleine Dorf Tianya und suchen uns ein schönes, ruhiges Fleckchen am Strand. Neugierige Kinderaugen schlunzen hinter einem Gebüsch, mal von links mal von rechts zu uns herüber. Jede halbe Stunde rutschen die beiden Mädchen einen halben Meter näher an uns heran. Wir winken ihnen zu, YunLam spricht sie an und nach zwei Stunden haben sie den Mut, sitzen in unserer Nähe, fragen viel und albern herum. Ihre Familien haben sie zum Strand geschickt, um neuen Sand für die Räucherstäbe zu besorgen. Als wir zurück laufen, sehen wir, dass die meisten Häuser hell erleuchtet sind. In den Nächten der Feiertage werden die Lichter im Hause brennen gelassen, um dem Glück den Weg ins Haus zu leuchten und böse Geister abzuschrecken. Vor jedem Haus werden riesige Mengen von Feuerwerkskörpern angezündet – der Boden auf der Strasse ist übersät mit rotem Papier. Das Feuerwerk und die rote Farbe wird zur Vertreibung des Jahresmonsters benutzt. Das Jahresmonster nian = chines.: Jahr erscheint, wie es schon der Name sagt, einmal im Jahr. Viele Chinesische Familien spenden mehr als 800 Euro in Feuerwerkskörper, um dieses Monster zu vertreiben und ein glückliches Jahr zu bekommen.

Am Neujahrsabend laufen wir zum Strand – hier versammeln sich alle Touristen und Chinesen, um mit lauten Knallen, bunten Raketen und wunderschönen roten Laternen das Jahr des Oxes zu begrüßen. Chinesen haben keine Angst vor Feuerwerkskörpern, je lauter, umso besser ist die Devise.
An den Folgetagen des chinesischen Neujahrsfestes werden traditionell die Verwandten besucht. Wir ziehen es vor, weiter Richtung Berge über die Insel zu ziehen.
Die Teeberge von Wuzhishan

Wuzhishan ist die höchste Bergformation in der Mitte der Insel. Die Berge haben ihren Nahmen Wuzhishan durch ihr Aussehen erhalten – „Fünf Finger Berge“. Hier in dieser Berglandschaft befindet sich ein Nationalpark mit vielen wilden Flüssen, welche gerne von Touristen für Rafting-Touren gebucht werden. Das Gebiet rund um den Berg ist bewohnt von der Li-Minderheit und so treffen wir auf unseren Wanderungen Frauen mit farbenfroher, traditioneller Kleidung.
Wir laufen durch den kleinen Ort Shuiman, beobachten Bauern bei der Reisverpflanzung und laufen schreckhaft vor den uns nachgeschmissenen Knallern weg. Seit ich auf Hainan lebe, ist mir immer eine außergewöhnlich großzügige Gastfreundschaft entgegengebracht wurden. In den Tagen des Neujahrsfestes sind die Türen noch weiter geöffnet. Wir werden nahezu gedrängt, einen Tee, Suppe und Kekse mit den Dorfbewohnern zu teilen. Wuzhishan ist bekannt für seinen guten Tee – er wird nach ganz China verschifft und so nehmen wir die Einladung dankend an. Der wilde Tee von Wuzhushan wird „Shulman Tee“ genannt. Es ist ein grüner Tee, welcher einen sehr angenehmen herben Geschmack hat.
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