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Neugierige und Ungeduldige finden hier in Kurzform aktuelle Infos ueber meine Reise, meinen Standort, mein Gemuet und vieles mehr.
April 2009
"Das weiße Gold von Hainan"
Auf Hainan befinden sich drei Salzfarmen - eine davon die älteste in China. >> mehr . . .
Verkäufer mit kandierten Äpfeln, Zuckerwatte und farbenfrohe Luftballons schlendern über die Wiese und preisen ihre Ware an. Ich kaufe mir den berühmten yuanxiao – ein traditionelles Essen zum Laternenfest. Yuanxiao ist ein Ball aus klebrigem Reis mit süßer Füllung.



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Verschnaufpause in LongLou

Zwischen den Feiertagen zieht es mich in mein so geliebtes LongLou. Der Trubel in der Stadt ist mir dann doch etwas zu viel geworden und ich sehne mich nach Stille, Meeresrauschen und einem schönen Spaziergang am Strand.

Ein paar weitere Infos folgen...
Laterne, Laterne - Sonne, Mond und Sterne...

Am 15. Tag des neuen Jahres wird das chinesische Frühlingsfest mit dem Laternenfest abgeschlossen. In jedem Bericht ist zu lesen, dass die Familien an diesem Tag mit selbstgebastelten Laternen durch die Strassen laufen. Leider konnte ich dies in Haikou nicht beobachten. Statt dessen versammelt sich die ganze Stadt im Wanlu Garten, welcher mit farbigen Figuren geschmückt ist. Gegen 20:00 Uhr findet auf der großen Wiese ein riesiges Feuerwerk statt. Ich stehe in Mitten von tausenden Chinesen, welche mit Mobil Telefon bewaffnet, aufgeregt Bilder knipsen.
Kinder posieren für ein Familienfoto an eines der farbigen Metalltiere, Liebespaare stehen unter einem riesigen Benjamin Baum, welcher mit hunderten von roten Stofflaternen behangen ist. Und immer wieder sehe ich die farbige Statur eines Ochsen – das Symbol dieses Jahres. Ich schaue in freudige und freundliche Gesichter – die Menschen sind aufgeregt, oft werde ich nach einem Foto gefragt. Und dann erblicke ich sie doch – die rot leuchtenden Papierlaternen, wie sie in einer Sanftheit in den Himmel schweben. Der Wind ist an diesem Abend sehr still und so steigen sie höher und höher bis nur noch ein kleiner roter Punkt in der Ferne zu sehen ist.

Ich bin begeistert von diesem Abend. Tausende von Menschen, jung und alt, schenkten mir in dieser Nacht ein Lächeln, erfreuten sich an einem kurzen Gespräch, um ihr englisch zu trainieren. Voller neuer Eindrücke schlendere ich die Menschen überfüllten Strassen zurück, welche mir an diesem Abend gar nicht mehr so voll erscheinen.
Erste Reiserne auf Hainan

Hier kommen auch noch ein paar Infos zur Reisernte und den leckeren Fruechten hier auf Hainan. Aber spaeter.... :-)
Modernisierung oder Zerstoerung der Vergangenheit

In den ersten warmen Tagen mobilisiere ich mein Fahrrad, radle durch die alten und neuen Stadtviertel auf der Suche nach Veränderungen. Haikou oder auch die meisten großen Städte in China stehen im ständigen Wandel. Wo gestern noch die kleine gemütliche Nudelküche von Mr. Lin war, existiert heute eine riesige Baustelle. Einen Monat später ist nichts mehr von dem alten schönen chinesischen Scharm zu erkennen. Anstelle dessen, steht ein protziges, 26 stockiges Hochhaus mit flimmernder Neonschrift auf dem Dach, welche die Passanten zum shoppen einlädt. Ich unterhalte mich oft mit Honxia über den Wandel der Stadt und versuche zu verstehen, dass die meisten Chinesen in den Neubauten einen Fortschritt, das Annehmen eines westlichen Standards sehen. Sie ist verwundert über meine Äußerung, dass keiner meiner Freunde gern in ein solches Hochhaus ziehen würde. Ich empfinde es immer wieder als eine Zerstörung der chinesischen Vergangenheit und es macht mich traurig, dass die nächste Generation nicht mehr diese Schönheit von Architektur und Lebensraum sehen kann, welche ich hier auf der Insel noch erfahre. Ich kann verstehen, dass die meisten Hutong Bewohner aus hygienischen Bedingungen heraus, gezwungen sind, in eine „Neubauwohnung“ umzuziehen. In den meisten Hutongs hier in Haikou, davon gibt es leider nur noch zwei, fehlen komplett die sanitären Anlagen. Wasser gibt es aus den Brunnen, die Toiletten sind öffentlich und dementsprechend von jeglichen Lebensarten besucht.
Doch immer und immer wieder krampft mein Herz, wenn ich zusehe, wie die großen gelben Bulldocker, mit ihren riesigen Schaufeln ein Haus nach dem anderen zerstören. Das Hutong lag mir besonders am Herzen – gern bin ich durch die schmalen kleinen Gassen gelaufen, manchmal waren sie gerade 80 cm breit. Gegenverkehr ließ sich nicht mit engem Körperkontakt vermeiden – mit einer Blonden und dann noch langer Nase oftmals eine lustige Angelegenheit. Im Oktober letzten Jahres war, ich dass letzte mal zusammen mit Yunlam hier. Wir haben an den Häuserwänden kleine Plakate gefunden mit dem Aufdruck, dass dieses Gebiet bis Ende Dezember geräumt wird. Jeder Hausbesitzer erhält 6000RMB pro Quadrat Meter. Ein lächerlicher Preis, wenn ich bedenke, dass die meisten Häuser / Wohnungen in den Hutongs gerade einmal 10 Quadratmeter betragen. Und darin lebt eine komplette Familie – Grosseltern, Eltern, Kinder und Enkelkinder. Die Meinungen über die Zwangsräumung gehen im Hutong auseinander. Wir treffen Menschen die sich auf eine neu gebaute Hochhaussiedlung freuen. Doch wir treffen auch auf Lon Ming – er ist Vater von zwei Kindern und lebt gemeinsam mit seiner sieben köpfigen Familie seit acht Generationen in diesem Haus. Er möchte die Wurzeln seiner Familie nicht abbrechen, hat allerdings gegen die staatlichen Vorlagen keine Chance – er muss bis Ende Dezember raus. Für sein Haus bekommt er gerade einmal 69,600 RMB – das sind knapp 8000 Euro. Für diesen Preis ist es ihm nicht möglich, eine neue Wohnung zu kaufen. Die Familie muss in eine Mietwohnung umziehen. (Das monatliche Einkommen der Familie beträgt zusammen 1160 RMB – 132,- Euro) Es ist Januar – ich stehe auf einer riesigen Baustelle – umgeben von gelben Sand, Betonresten und zerbrochenen Kacheln. Hier und da finde ich einen Schuh, eine kaputte Puppe, ein Hulahup Reifen – zerbrochene Teller, verbeulte Töpfe, Splitter von Glas. Mir ist nach Heulen zu Mute – wo sind alle diese Menschen geblieben? Am Rande des einstigen Hutong warten die hohen gelben Kräne und viele Wanderarbeiter auf ihren Einsatz. Nur ein kleiner Tempel ist geblieben und erinnert an das einstige Hutong am Uferrand.
- Katharina -
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