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Neugierige und Ungeduldige finden hier in Kurzform aktuelle Infos ueber meine Reise, meinen Standort, mein Gemuet und vieles mehr.
April 2009
"Das weiße Gold von Hainan"
Auf Hainan befinden sich drei Salzfarmen - eine davon die älteste in China. >> mehr . . .
Nach 1800km erreichen wir nach 10 Tagen Kunming. Wir nisten uns in einem Hostel ein und genießen drei Motorradfreie Tage. Am Wochenende schlendern wir bei strahlendem Wetter durch den Green Lake Park. In einer alten Tempelanlage in mitten des Parks, versammeln sich alle Art von Musikern – doch meist mit traditionell, chinesischen Instrumenten. Ich sitze auf einer Bank, relaxe und beobachte die unterschiedlichsten Charaktere von Menschen. Von der linken Seite ertönt traditionelle, Pekinger Opernmusik – von der rechten Seite vernehme ich buddhistische Klänge. Ich staune über mich selber – dieses Durcheinander hat doch etwas Harmonisches für mich. Ich spüre einen kulturellen Stolz der Menschen hier im Park – sie singen Lieder aus ihren Provinzen – spielen mir unbekannte Instrumente oder sitzen einfach nur still auf einem Stein und lauschen – wie ich.
Unser letzter Tag in Kunming führt uns an den Stadtrand in die Berge. Wir besuchen den im 15. Jh. erbauten Bambus Tempel. Die Tempelanlage stammt aus der Tang Dynastie – allerdings ist sie zweimal abgebrannt und Anfang des 19. Jh. wieder komplett rekonstruiert wurden. An manchen Statuen kann ich das Alte und Neue im Steinwerk erkennen. Entlang der Tempelmauer befindet sich ein weit angelegter Park mit kleinen Pavillons, Fischteichen und stillen Sitzgelegenheiten. Manche Bäume sind mit zahlreichen roten Bändern verbunden – ein Zeichen der Liebe und inneren Verbundenheit.
Morgen werden die Maschinen wieder bepackt – die Würfel für den nächsten Stopp sind noch nicht gefallen – es bleibt spannend – ich werde euch auf den laufenden halten.

Eure Katharina



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Abschied nach 16 Monaten HaiKou

Es ist soweit, nach einem langen Abschiedsmarathon satteln Yunlam und ich am Morgen des 6. Mai unsere Motorräder. Wir brauchen geschlagene zwei Stunden, um dann festzustellen, dass unser Hab und Gut, für eine 125er Kawazunda viel zu viel ist. Also alles wieder abpacken und mit dem Aussortieren beginnen. Zuerst an die wichtigen Dinge: Kamera, Objektive, Stativ – da können wir nichts am Gewicht verändern. Dann kommen die Gebrauchsgegenstände – Küchenzubehör und Ersatzteile, eine Ladebox wird wieder ausgepackt, so wie doppeltest Werkzeug. Am Schluss kommen wir zu den persönlichen Sachen – zwei Hosen werden auf eine reduziert, fünf mal Unterwäsche ist auch unnötig. Und so schaffen wir es, gegen 13:00 Uhr unsere Motoren zu starten. Ein letzter Blick in den Rückspiegel – 16 Monate Haikou liegen hinter mir – und schon stehen wir auf der Fähre zum Festland.

Der erste Tag ist nicht mehr all zu lang und so finden wir neben Maiskolben und frisch gepflügter Erde ein Platz für unser Zelt – die erste Nacht im Freien – wie ich das vermisst habe. Wir nehmen uns Zeit beim Fahren, müssen zu Begin auch erst einmal ein Gefühl für die kleine Maschine entwickeln. Unser Weg führt durch kleien Ortschaften, entlang an frisch gepflanzten Pappeln, welche sich tänzerisch im Wind bewegen. Von der Dorfstrasse aus sehen wir eine alte Ziegelbrennerei. Aus runden Stein-Öfen steigt schwarzer stinkender Qualm – neben einem Hauptgebäude werden die Rohlinge für den Brennvorgang gelagert.
Die Haupteinnahmequelle im Süden Chinas ist die Landwirtschaft. Jeder freie Fleck wird bepflanzt, gerodet, bewässert oder umgegraben. So ist es für uns oftmals schwer, am Abend ein geeignetes Plätzchen für unser Zelt zu finden. Wir fahren durch riesige Bananen-Plantagen, Aloe- und Zuckerrohr-Felder, selbst in einer Höhe von 1800m sind die kleinen Täler mit Reisterassen angelegt. Es ist die Jahreszeit, in der die dicht aneinander gewachsenen Reispflanzen in größeren Abständen wieder neu gesetzt werden. Wir verbringen Stunden damit den Reisbauern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Die Männer pflügen die schlammige Erde, die Frauen setzen in vorgegebener reihe die kleinen grünen Setzlinge neu.

Die Straßenverhältnisse in China sind ausgesprochen gut. Sofern wir uns an die nicht ausgesprochenen Regeln halten. Fahre nie mals einem anderen Verkehrsteilnehmer rein, denn du hast immer Schuld. Da Motorräder in der Rangliste nach den Fahrrädern kommen, müssen wir doppelt gut aufpassen – Busse, LKWs und Autos haben immer Vorfahrt und das Hupen bedeutet nicht, mach Platz – es bedeutet: beweg dich nicht weiter, denn ich überhole gerade.
Um eine gewisse Ruhe und Ausgeglichenheit in uns zu wahren, ziehen wir kleinere Nebenstrassen vor. Auch wenn dies bedeutet, dass die Strasse plötzlich zu Ende ist und wir eine riesige Baustelle, von über 10 km, in einer Höhe von 2100m ohne Strassenbegrenzung überwinden müssen. Doch die Landschaft zieht uns immer wieder in ihren bann – soweit wir blicken können reihen sich die Kamel Höcker ähnlichen Berge aneinander – in den Tälern blinkt das Wasser der überfluteten Reisterassen.
Das Wetter meint es gut mit uns – wir erleben riesige Regengüsse, doch haben wir immer das Glück, dass unser Zelt schon aufgebaut ist und somit einen guten Schutz bietet. Yunlam sieht den Regen immer als willkommene Dusche – bringt sie doch auch eine gewisse Abkühlung mit sich.
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