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Neugierige und Ungeduldige finden hier in Kurzform aktuelle Infos ueber meine Reise, meinen Standort, mein Gemuet und vieles mehr.
April 2009
"Das weiße Gold von Hainan"
Auf Hainan befinden sich drei Salzfarmen - eine davon die älteste in China. >> mehr . . .
16.06.07 / Auschwitz

Wir haben viel über Auschwitz und Birkenau gelesen, aber das was wir hier sehen übertrifft all unsere Vorstellung. Geplättet von der Größe dieser Konzentrationslager laufen wir stillschweigend nebeneinander her und finden keine Worte. Birkenau liegt 3 km vom Stammlager entfernt und hatte eine Größe von 175 ha auf der über 300 Baracken standen. Heute existieren noch 45 gemauerte und 22 hölzerne Baracken. Bis 1944 erreichte die Zahl aller männlichen und weiblichen Häftlinge ca. 100 000. Unvorstellbar für uns.


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02.06.2007 / Abschied nehmen

Eigentlich wollten wir uns klamm heimlich aus dem Staub machen. Doch so viele unserer Freunde und Bekannten wollten uns vor unserer Abreise nochmals sehen, dass wir um eine kleine Abschiedfeier nicht drum herum kamen. Und das war auch gut so, denn wir erlebten eine rauschende Party. In einem kleinen Berliner Biergarten kamen Alle zusammen - Freunde, Bekanntem Arbeitskollegen und ehemalige Kommilitonen. Ihr Lieben, wir danken Euch - es war fantastisch euch alle nochmals zu sehen!
Wir bleiben bis kurz vor Sonnenuntergang, kein Besucher ist mehr zu sehen, in der Ferne rattert ein Güterzug auf  alten Schienen – uns ist unheimlich zu Mute und diese Stille zwischendurch ist erdrückend.

Nach einer kurzen Verschnaufpause, verlassen wir Auschwitz – hier wollen wir nicht übernachten. Die Berge in Sichtweite rufen und so machen wir uns auf und fahren noch ca. 40 km Richtung Süden. In der Nähe von Bielsko-Biala entscheiden wir uns, auf Grund der Dunkelheit für einen kleinen Campingplatz. 
17.06.2007 - 20.06.2007 / Krakau

Mit qualmendem Auspuff und stotternder Maschine fahren wir in Krakau ein. Unsere Laune ist dementsprechend schlecht. Wir finden Unterschlupf im Studentenwohnheim, was uns von unserer letzten Tour schon bekannt ist. Die Aufgabe für die nächsten Tage ist, einen guten Mechaniker zu finden und die Maschinen wieder zum Laufen zu bringen!

Adam ist gefunden und unsere Laune steigt. Laut seiner Kollegen ist er der beste Mechaniker in ganz Krakau, nein in ganz Polen. 15 Jahre hat er bei Langstreckenrennen als Schrauber gearbeitet – diese Erfahrung können wir gut brauchen. Seit 5 Jahren betreibt er am Stadtrand von Krakau eine super durchorganisierte und exzellent ausgestattete Motorradwerkstatt – Moto Top. Mit einem Grinsen im Gesicht und der Frage wohin wir wollen nimmt er sich unseren Problemen an. Zwei Tage verbringen unsere Liebsten in der Werkstatt und unser Adrenalinspiegel fährt Achterbahn. Wird alles gut oder müssen wir schon hier abbrechen? Doch es geht weiter. Beide Vergaser wurden nochmals gesäubert und komplett eingestellt, die Schwimmernadeln an der KLE ausgetauscht sowie alle möglichen Verschleißteile überprüft. Wir danken dem Engel von Krakau und diesmal rollen wir mit einem Grinsen auf unseren Lieblingen aus der Werkstatt. Den Abend verbringen wir bei lecker Brot und Käse auf der Stadtmauer von Krakau mit dem sehnsüchtigem Blick Richtung Osten.
- Katharina -
21./22.06.2007 / Bis zur ukrainischen Grenze und weiter...

Gestern noch auf dem Sonnendeck – heute mit den Füßen im Sand einen traumhaften Sonnenuntergang erlebt. Doch wie kam es?

Früh am Morgen sind wir in Krakau Richtung ukrainische Grenze aufgebrochen. Um nicht um Dunklen die uns schon zu gut bekannten Straßenverhältnisse der Ukraine zu befahren, entschieden wir uns für einen kleinen Campingplatz in Przeworsk. Mitten in einem Freilichtmuseum stehen hier die Camper, wobei wir zu dieser Zeit die Einzigen waren.
In Medyka überqueren wir am nächsten Morgen die Grenze, überraschender Weise geht alles sehr schnell. Über prächtige Alleen cruisen wir manchmal leicht schlängelnd, den Schlaglöchern ausweichend, Richtung Osten. In jedem, meist aus Holzhäusern bestehenden Dorf sehen wir mindestens ein Storchennest auf den Laternenpfählen. Kurz vor Ternopil schlagen wir unser erstes Nachtlager an einem See auf. Von Fröschen, Grillen und Sumpfvögeln werden wir in den Schlaf gequakt, gezirpt und getrillert.
23./24.06.2007 - Gastfreundschaft kennt keine Grenzen

Über Ternopil steuern wir Dubno an, wo wir eine Familie besuchen, welche wir letztes Jahr auf unserem Osteuropatrip kennen gelernt haben. Miroslava, Vasil und der kleine Ivan sind hoch erfreut uns wieder zu sehen. Unsere Bitte, im Zelt auf der Wiese vor dem Haus zu nächtigen wir nicht stattgegeben. Schnell ist das elterliche Schlafzimmer für uns hergerichtet und im Wohnzimmer wartet ein reich gedeckter Tisch mit ukrainischen Köstlichkeiten. Die 50 m² Wohnung ist zu Abend voll mit Freunden. Wir kommen der Bitte nach, auch den Sonntag noch mit Ihnen zu verbringen. Die Gastfreundschaft der Menschen hier kennt keine Grenzen.
Am Sonntag den 24.06. besichtigen wir gemeinsam das 50 km entlegene Männerkloster Pochaev Lavra. Schnell habe auch ich einen Rock über meine Hose gestreift und ein Tuch auf dem Kopf, um die heiligen Mauern betreten zu dürfen. Wie sind beeindruckt von so viel Prunk, Malerei und Liebe zum Detail.

Nachmittags lernen wir Vasils Bruder und Mutter kennen und auch hier wartet schon ein reich gedeckter Tisch auf uns. Eat, you are so small! – waren deren Lieblingsworte. Herzlichst verabschiedet ging es so dann weiter zu Freunden, wo wir eigentlich schon wieder essen sollten, aber nicht mehr konnten. Um nicht unhöflich zu sein, nahmen wir dankend Saft und frischen Apfel.
25./29.06.2007 - Immer Richtung Osten!

Am nächsten Morgen holten wir unsere Motorräder aus dem Hühnerstall und brausten Richtung Tschernobyl davon. Das Gebiet um Tschernobyl ist weitläufig als militärische Zone abgesichert, so dass uns ein Blick auf den Reaktor verwert blieb.

In Vovchkiv ließen wir uns an einem See nieder. Wir bauten unser Haus auf dem Sonnendeck. Mit Erstaunen und Neugier kamen die umliegenden Angler und beäugten unser Tun. Wir begrüßten sie und die Freude war grenzenlos, als sich herausstellte, dass ein Angler – Juitschenko – früher als Soldat in meiner Geburtsstadt Karl-Marx-Stadt stationiert war. Alle freuten sich über unsere Bekanntschaft und boten uns frischen Tee zur Begrüßung an. 

Uns gefiel unser kleines Fort so gut, dass wir einen Tag länger blieben. Am Abend schenkte uns Juitschenko frisch gefangenen Fisch. Nun haben auch wir gelernt, kleine Fische bei lebendigem Leibe auszunehmen. Allerdings ist es schon gewöhnungsbedürftig, wenn das Fett in der Pfanne schon brutzelt und die kleinen Biester immer noch heraushüpfen. 
In der Nacht konnte unser Zelt, Intrepit 3 zeigen was es kann. Häftigst von Windböen malträtiert, bei gleichzeitig prasselnden Regen und Donnergrollen über den ganzen Horizont, stand es am Morgen wie eine 1.  Mit frischen Kartoffeln und Gurken aus dem heimischen garten von Juitschenko brechen wir auf nach Kiew.
Schon lange bevor wir die große Stadt erreichen, nimmt der Verkehr stetig zu. Trotz großer Umgehungsstraßen um das Zentrum, ersticken wir fast in den Abgasen. Wir sind froh nicht in den Stadtkern von Kiew fahren zu müssen. Endlich den Gestank entkommen, fahren wir durch Wohlduftende Wälder und vorbei an blühenden Mohnwiesen. Am späten Abend gelangen wir an die Ufer des Kremenchuts´ke vdskh. Direkt am strand schlagen wir unser Nachtlager auf.
- Stefan & Katharina -
10.06.2007 / Der Start

Mit etwas Verspätung war es dann am 10. Juni endlich soweit - wir sind gestartet. Erstes kleineres Ziel war Chemnitz - das Tor zum Erzgebirge und für jeden Motorradfahrer ein Paradies. Chemnitz ist meine Heimatstadt und ich habe den Zwischenstopp genutzt, um mich von meiner Familie zu verabschieden.

Über Dresden fuhren wir am 14.06. nach Görlitz, Richtung polnischer Grenze. In Boleslawiec haben wir uns unser erstes Nachtlager gesucht. Ganz in unserer Nähe weilten Wanderarbeiter, deren Aufmerksamkeit bald bei uns lag. Crazy, ein polnischer Baggerfahrer lud uns zu unserem ersten polnischen Bier ein - und es blieb nicht dabei. "Auch Polen sind nette Leute" meint Crazy und holt eine neue Tüte mit Flüssignahrung. Wir sitzen bis spät in die Nacht, bei sternenklarem Himmel und umringt von Glühwürmchen. Am nächsten Morgen werden wir durch die ersten Sonnenstrahlen geweckt. Vor unserem Zelt finden wir eine Tüte mit Getränken und Keksen - naja Bier am Morgen bekommt uns dann doch nicht so gut und wir erkunden die Umgebung nach frischem Brot und einer Tasse Kaffee. Da wir von den vergangenen Tagen und Wochen noch sehr erschöpft sind, lassen wir den Tag ruhig angehen und beschließen erst nächsten Morgen weiter nach Auschwitz zu fahren.
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