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01.-17.09.2007 / Olkhon Insel der Schamanen

Ольхонская земля
(гимн Ольхонского района)
Сл. и мус. С.Г. Александровой (дирекгор Еланцинской музыкальной школы)

В краю, где горы, степь, тайга.
У белых – белых скал.
Живет земля Ольхонская.
На озере Байкал.
            Ольхонская, Ольхонская, Ольхонская земля
            И щедрая, богатая Ольхонская земля
Здесь ловят омуль рыбаки.
Таежный зверь бежит.
Овец с кошары ведет чабан.
И чайка в высь летит.
            Ольхонская, Ольхонская, Ольхонская земля
            И щедрая, богатая Ольхонская земля
Родные деды шили здесь.
И отчий дом стоит.
Земля Ольхонская внучат.
Побольше народит.
            Ольхонская, Ольхонская, Ольхонская земля
            И щедрая, богатая Ольхонская земля
На свете много разных стран.
Туричты едут к нам.         
Священный наш Байкал манит.          
Он тайну злесь хранит.
            Ольхонская, Ольхонская, Ольхонская земля
            И щедрая, богатая Ольхонская земля
Mit dieser Hymne über die wunderbare Insel Olkhon wurde am 1. September die Einweihungsparty von Simone und Leonid eröffnet. Nach 12 Jahren Bauzeit, wobei hierbei auch der Bau des Grundstückes mit inbegriffen ist, bedenke man doch, dass sich vorher hier nur Steppe befand, luden die Beiden Freunde aus den umliegenden Dörfern ein.
Die Gäste kamen teilweise in traditionell burjatischer Tracht, welche aus leichten Stoffen und fröhlichen Farben besteht. An einem reich gedeckten Buffet gab es einen Mix aus deutscher Küche und hiesigen Köstlichkeiten.
Neben unseren täglichen Aufgaben finden wir immer viel Zeit, die unterschiedlichsten Regionen der Insel zu erkunden. Die Insel Olkhon hat wirklich alles zu bieten, von der Steppe bis zum dichtesten Fichtenwald, vom Flachland bis zu hohen Bergen, traumhafte Strandbuchten und gefährliche Steilküsten.
Der Weg dorthin führt durch tiefe Sandfelder, quer über die Steppe und entlang kleinster Pfade die durch scheinbar unbezwingbare Wälder führt. Mit vollster Aufmerksamkeit lenken wir unsere Motorräder über die Wege, nur nicht in die tiefen Ausschürfungen, links und rechts der Piste rutschen, oder mit dem Koffer an den Bäumen hängen bleiben – doch alles geht gut. Wir fahren durch das alte verlassene Fischerdorf Peschanka, die Blockhütten liegen verlassen und heruntergekommen am Rande einer Strandbucht. In der Steppe, hoch oben auf dem Steilufer schlagen wir unser Nachtlager auf. Links von uns sehen wir die tiefen Wälder mit den traumhaften Buchten, rechts schweift unser Blick entlang der Steilküste zu den drei großen Brüdern. Die drei großen Brüder sind eine Felsformation kurz vor dem Kap Khoboy. Die Luft ist erfüllt mit kreischenden Möwen, zirpenden Grillen und das Rauschen des Baikals. Am Abend sucht sich Katharina ein „günstiges“ Fleckchen, um die Steilküste hinunter zu klettern. Wollte sie doch frisches Wasser besorgen und die zuvor geschenkten Omuls ausnehmen und waschen. Doch das Fleckchen war doch nicht so sicher, mit lautem Krachen rutscht sie 15 Meter das geröllhaltige Ufer hinhab. Das Ergebnis sind zum Glück nur eine dicke Beule am Hinterkopf, ein mächtig aufgeschürfter Rücken, diverse blaue Flecken und der Verlust unseres täglich benutzten Viktorinox Multitools. Der Schreck war ihr noch bis lang in die Nacht anzusehen, aber die Gewissheit einen Schutzengel dabei zu haben, beruhigte uns ungemein und wir brechen am folgenden Tag zum Kap auf.

Morgens ist es sehr nebelig, das gegenüberliegende Ufer ist nicht mehr zu sehen. Doch liegt es nicht an einem Wetterumschwung, sondern an den gewaltigen Waldbränden auf dem Festland. Unsere Frage nach Löschhubschraubern wird belächelt. „Wir schicken unsere Flugzeuge nach Griechenland, die Griechen haben nicht so viel Wald wie wir.“ – Uns ist nicht nach Lachen zu mute, die Wahrheit ist, die Russen können es sich nicht leisten, die Maschinen zu starten. Wir sehen also leidend zu, wie dichte Nadelwälder Sibiriens langsam abbrennen.
Um mit der Außenwelt in Kontakt zu bleiben fahren oder laufen wir in das 6 km entfernte Örtchen Khuzhir. Hier sind in den letzten Jahren mehrere Tourbasen entstanden und ein Treffpunkt für Individualtouristen. Man staune, aber wir haben auch hier auf der Insel die Möglichkeit unsere Mails abzurufen – allerdings zu sensationell-hohen Inselpreisen.
Es wurden burjatisch und russische Lieder gesungen sowie Folkloretänze getanzt. Die Lieder wurden von Nikolay auf dem Akkordeon mit einem herzlichen Lachen und gutem Gesang begleitet. Wir erlebten einen Abend, der uns die Insel mit seinen Menschen, deren Traditionen und Bräuchen noch näher brachte.
An einem strahlenden Septembermorgen, wir haben täglich noch 20-30 Grad, starten wir die Motoren unserer Maschinen. Wir wollen drei Tage in den Norden der Insel – unser Ziel das Kap Khoboy, der nördlichste Punkte der Insel mit Blick zum offenen Baikal.
Die Baikalabende verbringen wir gern bei Sonnenuntergang, am Lagerfeuer mit Dr. Jack, Marco Polo und heimischen Fischern – zur Förderung der deutsch-russischen Freundschaft. Doch wer ist Dr. Jack und Marco Polo? Wir lernten die beiden Radlerfreunde in unserer Nachbarbucht kennen, auch verrückte Berliner die seit März 2007 unterwegs sind und von Malaysia bis zum Baikal 13.000 km auf ihren Drahteseln zurücklegten. Wir ziehen unsere nicht vorhandenen Hüte vor dieser Leistung. Ganz nach dem Motto: „Hier werden Sie geholfen“ konnten wir den beiden aus unserem Ersatzteilfundus eine neue Zeltstange geben, denn ihre war während ihrer  Tour zerbrochen. Sie streckten die zerbrochene Stange in die Höhe und waren hoch erfreut am Baikal eine „Außenstelle“ von Wechsel getroffen zu haben.  Wir erlebten mit den Beiden so manch feucht-fröhliche Abende mit gegrilltem Omul, Wodka und Knüppelbrot, dazu sangen wir deutsche und russische Volkslieder – Kindheitserinnerungen wurden wach. Diese Lagerfeuerromantik versüßte uns die vorerst letzten Tage am Baikal. Weitere Infos zu den beiden Super-Sportlern unter:
www.tourtransasia.de
18.-30.09 / Eine Zi i i i itterpartie durch die Mongolei

Mit einem mongolischen Visum im Pass verlassen wir bei herbstlichen Temperaturen Irkutsk. Unsere Route führt uns südlich Richtung Slyudyanka und weiter am Ufer des Baikal. Das Wasser schimmert im dunkelsten Blau und die Kleider der Bäume haben sich in bunte Farben verwandelt.
Die Berge, rechter Hand von uns sind mit Schnee bedeckt. Nach 200 Kilometern traumhafter, sibirischer Baikallandschaft erreichen wir am Abend Talbazhikha. Die Region hat sich verändert - überall befinden sich eingezäumte Touristenstationen – vergebens suchen wir nach einem ruhigen, idyllischen Plätzchen für unser Zelt. Es weht ein eisiger Wind und die Aussicht auf keinen geeigneten Schlafplatz ist eine Zerreißprobe für unsere Nerven. Sergey, der Besitzer einer Tourbase am Ende der Ortschaft bietet uns für kleines Geld eine Blockhütte zum schlafen. Da es immer dunkler wird nehmen wir dankend an.
Über Ulan-Ude und Gusinoozersk erreichen wir am Abend die Grenzstadt Kyakhta. Auf einem Auto-Anschulplatz am Nordrand der Stadt schlagen wir unser Zelt auf. Am lodernden Feuer verbringen wir unseren vorerst letzten Abend in Russland.
Altan Bulak ist der einzige Grenzübergang von Russland in die Mongolei, welcher auch für Europäer offen ist.  Und dies bekommen wir auch hier zu spüren. Mit einer Ruhe und Gelassenheit werden hier die einzelnen Personen abgefertigt, so dass auch wir nach vier Stunden unseren Wartefrust bewältigt haben, die Essenstüte auspacken und genüsslich neben Zollhäuschen, Wachhunden und Grenzoffizieren unser Butterbrot schmieren. Nach sechs Stunden ist es dann endlich so weit, auch wir dürfen den russischen Teil der Grenze überqueren und werden mit einem freundlichen Lächeln und einer Abfertigungszeit von 40 Minuten bei den Mongolen begrüßt. Schon auf den ersten hundert Metern begegnet uns eine mongolische Freundlichkeit, welche uns während unseres kompletten Aufenthaltes begleitet.

Nach einer stürmisch-verregneten Nacht zwischen Kuhfladen und Schafskötteln starten wir am Morgen in den Nord-Westen der Mongolei. Unsere ständigen Begleiter sind dunkle Wolken mit teilweise Eisregen. Ein kleiner Vorgeschmack auf dass, was uns die nächsten Wochen erwartet. Die bergige Landschaft in dieser Region unterscheidet sich im Vergleich zu Russland hauptsächlich durch das Fehlen der Wälder. Dies spüren wir leider auch an manchen Abenden am fehlenden Feuerholz. Doch sind auch wir lernbereit und haben uns den Brauch der Mongolen angeeignet, zünftige Yakscheißenfeuer zu entfachen.

Am zweiten Morgen ist es spür- und sichtbar kalt – unser Zelt und die Motorräder sind von Väterchen Frosts eisigen Mantel umhüllt. Doch noch wärmt uns täglich die aufgehende Sonne. In Baruunburen verlassen wir die Teerstraße um auf den, für die Mongolei eher üblichen schmalen Erdpisten das Kloster Amarbayasgalant anzusteuern. Das rote Gemäuer des Klosters ist schon aus der Ferne zu sehen, doch steht uns noch eine Wasserfurt bevor. Ganz nach dem Motto „Augen zu und durch“ versenkt Stefan zum ersten mal die Transe im kühlen Nass. Luftfilter und Motor sind trocken geblieben – noch mal Glück gehabt. Der Fahrer eines, im Flusslauf stecken gebliebenen Kleinlasters zeigt uns den optimalen Weg für meine KLE. Und so erreiche ich trocken das gegenüberliegende Ufer.
Am Kloster angekommen, bemerken wir, dass es schon vor Jahren verlassen wurde. Wir fragen nach und erfahren, dass das Kloster 1736 erbaut wurde und 1938 eine furchtbare Unterdrückung herrschte. Seltenste, über Jahrhunderte gesammelte Relikte wurden zerstört, so dass nur die Klosterruine zurück blieb.
Ab der kleinen Ortschaft Bulgan sind wir wieder offroad unterwegs – teilweise ziehen wir unsere eigenen Spuren durchs Steppengras. Oft siedeln an den Flussläufen mongolische Nomaden mit ihren Herden – Schafe, Ziegen, Kühe, Yaks und Pferde. Wir sehen ihre weißen, runden Jurten selbst an den abgeschiedensten Berghängen oder in ausgetrockneten Flussläufen. Unser Kompass führt uns immer weiter Richtung Süd-Westen. Wir durchqueren weite, grüne Hochplateaus und felsige Steinlandschaften.

An Bergkuppen sehen wir oft schon von weiten blaue Gebetsfahnen leuchten. Mit Neugier beobachten wir das Ritual der Einheimischen, dreimal im Urzeigersinn einen Gebetshügel zu umschreiten und einen weiteren Stein hinzu zu legen. Diverse Opfergaben werden hinterlassen – Geld, Schmuck, leere Wodkaflaschen und Holzkrücken, gerne auch Knochen oder ganze Tierschädel. Die Eiligen unter Ihnen ziehen es vor, dreimal hupend an ihnen vorbei zu fahren.
Nach dem Fall des Kommunismus wurde 1990 der Wiederaufbau des Klosters begonnen. Doch gerade dieser Zustand, der halb verfallenen und teilweise im Restaurationsprozess befindlichen Gemäuer, hatte auf uns seine ganz eigene Wirkung. Völlig frei, ohne Führung erkunden wir die Anlage.
Nach fünf Tagen Abgeschiedenheit näheren wir uns Ulan Bator; zu Deutsch „roter Held“ mit 989.900 Einwohnern (ein Drittel aller Einwohner der Mongolei). Schon von weiten ist die riesige Smogglocke, welche über der Hauptstadt schwebt sichtbar. Zum Glück finden wir am Stadtrand ein günstiges Hotel, so dass wir dem ständig währenden Verkehrschaos mit den Motorrädern entgehen. Wir erleben bei unseren täglichen Fahrten mit dem Bus einen kleinen Vorgeschmack auf China. Für uns schon überfüllte Busse werden nochmals komprimiert, so dass noch weitere 20 Personen Platz finden. Nach Luft ringend denken wir: … wenigstens kann man nicht mehr umfallen…
- Katharina & Stefan-
- Stefan & Katharina-
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